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- 23.03.2026 - 08:49 

Neue Publikation im Osteoarthritis and Cartilage Journal

Kernaussage 

Kniegelenkersatzoperationen nehmen in OECD-Ländern weiter zu – jedoch langsamer als lange erwartet. Gleichzeitig verändert sich die Patientenstruktur grundlegend: Eingriffe verlagern sich zunehmend auf jüngere Altersgruppen, die heute bereits den grössten Anteil ausmachen. 

Hintergrund 

Wie verändern sich orthopädische Eingriffe langfristig und welche Faktoren sind entscheidend? Die Universität St. Gallen analysiert im Rahmen einer Forschungsreihe die aktuellen Trends bei Gelenkersatzoperationen in OECD-Ländern. Nach dem Hüftgelenk (Backes et al.; 2025) steht jetzt das Knie im Mittelpunkt. Während frühere Studien starkes Wachstum erwarteten, zeigen neue Daten bis 2022 ein differenziertes Bild: Neben Technologie und Demografie beeinflussen auch externe Faktoren wie die COVID-19-Pandemie die Entwicklung. 

Study & Design 

Die Studie basiert auf einer umfassenden Auswertung internationaler Routinedaten: 

  • Analyse von 25 OECD-Ländern über den Zeitraum 2005–2022 

  • Nutzung von OECD-Daten sowie ergänzenden nationalen Datensätzen 

  • Differenzierte Betrachtung nach Altersgruppen (≤64 vs. ≥65 Jahre) 

  • Vergleich von Wachstumsdynamiken über die Zeit sowie zwischen Ländern 

  • Ergänzende Analysen zu möglichen Einflussfaktoren wie Adipositas 

Ergebnisse 

2022 gab es in den analysierten Ländern etwa 1,85 Millionen Kniegelenkersatzoperationen, wobei das Wachstum im Vergleich zu früheren Jahren moderater ausfiel. Die Altersstruktur hat sich verschoben: Jüngere Patienten machen inzwischen über die Hälfte der Eingriffe aus. Die Versorgungsniveaus der Länder gleichen sich zunehmend an. Nach dem pandemiebedingten Rückgang 2020 wurden die Fallzahlen grösstenteils wieder aufgeholt. 

Bedeutung für Praxis & Politik 

Die Ergebnisse deuten auf eine strukturelle Veränderung der Nachfrage für Kniearthroplastik hin. Für Gesundheitssysteme bedeutet dies, dass sich Planung und Versorgung stärker an jüngeren, häufig noch berufstätigen Patientinnen und Patienten orientieren müssen. Zugleich unterstreicht die Analyse die Rolle von Risikofaktoren wie Adipositas, die mit einer höheren Inanspruchnahme verbunden sind, sowie die Bedeutung präventiver Ansätze zur langfristigen Steuerung des Versorgungsbedarfs. 

Publikation 

Titel: Utilization rates of knee arthroplasty in OECD countries revised 

Veröffentlicht in: Osteoarthritis and Cartilage  

Die vollständige Studie können Sie hier lesen: https://doi.org/10.1016/j.joca.2026.03.002 

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