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- 08.01.2026 - 08:52 

Neue Publikation Lehrstuhl Health Economics, Policy and Management

Kernaussage

Das Studienprotokoll beschreibt eine cluster-randomisierte kontrollierte Studie zur Evaluation eines interdisziplinären und individualisierten Programms mit Elementen der therapeutischen Patientenschulung (Therapeutic Patient Education, TPE) für Menschen mit Typ-2-Diabetes (T2D) im Kanton Genf, Schweiz. Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob das Programm die gesundheitlichen Outcomes der Patientinnen und Patienten verbessert.

Hintergrund

T2D stellt eine zunehmende Herausforderung für Gesundheitssysteme dar und wird stark durch Lebensstilfaktoren wie Ernährung und körperliche Aktivität beeinflusst. In einigen Ländern, etwa in Deutschland und dem Vereinigten Königreich, sind TPE-Elemente – wie ärztliche Beratung zu Lebensstiländerungen (z. B. Ernährung, Rauchen, Bewegung) sowie die Teilnahme an strukturierten Diabetes-Schulungsprogrammen – Bestandteil nationaler Disease-Management-Programme. In der Schweiz hingegen ist TPE bislang nur selten in die Regelversorgung integriert. Entsprechend ist die Evidenz zur Wirksamkeit solcher Programme im Schweizer Kontext noch begrenzt.

Methoden

Bei der Studie handelt es sich um eine multizentrische cluster-randomisierte kontrollierte Studie im Kanton Genf. Rund 30 hausärztliche Praxen und mindestens 154 Patientinnen und Patienten mit T2D werden entweder einer Interventionsgruppe oder der Standardversorgung zugeteilt. Die Intervention besteht aus zwei Komponenten: Erstens absolvieren Hausärztinnen und Hausärzte sowie weitere Gesundheitsfachpersonen eine interprofessionelle Schulung zu TPE-Elementen. Zweitens nehmen die Patientinnen und Patienten an einem individualisierten Behandlungsplan teil, der in einem initialen Qualitätszirkel gemeinsam mit der Hausärztin bzw. dem Hausarzt, weiteren Gesundheitsfachpersonen, einer TPE-Fachperson, einer dedizierten Studienkoordination sowie weiteren Patientinnen und Patienten entwickelt wird. Ergänzt wird die Intervention durch die systematische Erhebung und Diskussion von Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Der primäre Endpunkt ist die Veränderung des HbA1c-Werts nach 12 Monaten. Sekundäre Endpunkte umfassen die mittlere Veränderung des HbA1c-Werts nach 18 Monaten, Veränderungen medizinischer Outcomes (Blutdruck, Körperzusammensetzung, Medikation), Veränderungen der PROM-Scores sowie der Patientenerfahrung. Zusätzlich wird die Kosteneffektivität aus Sicht der Kostenträger analysiert.

Erwarteter Beitrag

Bei erfolgreichem Verlauf könnte die Studie eine breitere Einführung des T2D-Programms in der Schweiz unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Outcomes von Patientinnen und Patienten mit T2D leisten.

Publikation

Ehlig, D., Sapin, M., Zeukeng, M.-J., Vogel, J., Barthassat, V., Favre, B., DaCosta, H., Tugay, K., Coendoz-Carron, S., Bumann, D., Coclet, J., Schaller, P., & Geissler, A. (2025). Enhancing type 2 diabetes care by an individualized and group-based therapeutic patient education program: Study protocol for a cluster randomized trial. Trials, 26(1), 577. https://doi.org/10.1186/s13063-025-09302-x

 

Volltext hier verfügbar.

 

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