close

- 13.05.2026 - 09:19 

Schweizer Blick auf die deutsche Krankenhausreform: Prof. Dr. Alexander Geissler beim AOK-Krankenhausreport 2026

Auf der Pressekonferenz zum „Krankenhaus-Report 2026“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Berlin war die School of Medicine der Universität St. Gallen prominent vertreten: Prof. Dr. Alexander Geissler nahm persönlich als Experte am Podium teil und präsentierte die Ergebnisse zweier Kapitel, die sein Forschungsteam zum aktuellen Report beigesteuert hat. Prof. Dr. Alexander Geissler konnte in Berlin entscheidende Erkenntnisse aus der Schweizer Krankenhausplanung in den gesundheitspolitischen Diskurs einbringen – mit grosser Resonanz in den deutschen Leitmedien.

Am 6. Mai 2026 stellte der AOK-Bundesverband in Berlin den aktuellen „Krankenhaus-Report 2026“ vor. Im Fokus der Veranstaltung stand eine kritische Zwischenbilanz der kürzlich in Kraft getretenen deutschen Krankenhausreform. Die zentrale Erkenntnis des Reports: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Klinikfälle in Deutschland könnten vermieden oder ambulant versorgt werden. Zudem kritisieren die Herausgeber, dass die Reform in ihrer aktuellen Form – insbesondere durch zahlreiche Ausnahmeregelungen und die Ausgestaltung der Vorhaltevergütung – den notwendigen Strukturwandel hin zu mehr Qualität und Effizienz gefährdet.

Um aufzuzeigen, wie ein leistungs- und qualitätsorientierter Umbau der Krankenhauslandschaft gelingen kann, lud die AOK Prof. Dr. Alexander Geissler, Professor für Gesundheitsökonomie, -Politik und -Management an der School of Medicine der Universität St. Gallen, als Experten auf das Podium ein.

 

Schweizer Leistungsgruppen als Vorzeigemodell – und Warnung

Prof. Dr. Alexander Geissler präsentierte in Berlin unter anderem die Ergebnisse des im Report veröffentlichten Beitrags „Impulse zur Weiterentwicklung der Leistungsgruppen: Ein Vergleich der Schweiz mit Deutschland“. In der Schweiz basieren die Krankenhausplanung und die Vergabe von Versorgungsaufträgen bereits seit 2012 auf sogenannten Leistungsgruppen. Die Ausgestaltung obliegt jedoch den einzelnen Kantonen, was zu unterschiedlichen Qualitätsvorgaben und Ausnahmeregelungen geführt hat.

Die Analyse zeigt deutlich, dass mögliche Ausnahmen von Qualitätsvorgaben auch genutzt werden, wenn es keine Pflicht zur verbindlichen Umsetzung gibt“, erklärte Prof. Geissler auf der Pressekonferenz. Für die deutsche Reform leitete er daraus ab:

Bei zu vielen Ausnahmeregelungen besteht die Gefahr, dass der durch den Gesetzgeber eingeleitete Reformprozess konterkariert wird und der leistungs- und qualitätsorientierte Umbau der Krankenhauslandschaft durch einen Flickenteppich von Anforderungen nicht zum Tragen kommt.“

 

Medienresonanz unterstreicht Relevanz des Wissenstransfers

Die Pressekonferenz, an der neben Prof. Dr. Alexander Geissler auch Dr. Carola Reimann (Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes) und Dr. David Scheller-Kreinsen (WIdO-Geschäftsführer) teilnahmen, stiess auf grosses mediales Interesse. Die Warnung vor einem „Flickenteppich“ und die Forderung nach konsequenterer Ambulantisierung wurden branchenübergreifend aufgegriffen.

Die Berichterstattung erstreckte sich über alle wesentlichen Kanäle: Im TV und Rundfunk berichteten etwa das ZDF heute journal, das ZDF-Mittagsmagazin und MDR Aktuell ausführlich. Ebenso berichteten Fachmedien wie unter anderem das Deutsche Ärzteblatt, die Apotheken Umschau und Politico Pro Gesundheit. Zuletzt griffen auch der Tagesspiegel sowie zahlreiche Online-Nachrichtenportale die Erkenntnisse des Reports und der Pressekonferenz auf. Die breite Rezeption unterstreicht den hohen Stellenwert, den internationale Vergleichsstudien und die Expertise der Universität St. Gallen in der aktuellen gesundheitspolitischen Debatte in Deutschland einnehmen. Für die School of Medicine belegt dies eindrucksvoll den erfolgreichen Transfer von akademischer Forschung in die gesundheitspolitische Praxis und den öffentlichen Diskurs.

Fotocredit: AOK/Andrea Katheder

 

Weitere Informationen:

north